Blog: Was ist die Kontrollpause bei Buteyko und wie misst man sie richtig?
31.10.2025
Was ist die Kontrollpause?
Für alle an der Buteyko-Methode interessierte Menschen schreibe ich diesmal über die Kontrollpause (CP von engl. control pause), ein ganz wesentliches und nützliches Element der Buteyko Atemmethode.
Die Länge der Kontrollpause ist ein gutes Maß für die eigene CO2 Toleranz. Um das zu erklären, muss ich ein wenig ausholen:
Dadurch das wir leben, verbrauchen wir u.a. Sauerstoff (O2) und erzeugen u.a. Kohlendioxid (CO2). Über das Atmen versorgen wir uns mit diesem Sauerstoff und wir scheiden das Kohlendioxid aus. In der Lunge gelangt der Sauerstoff in das Blut und das Kohlendioxid wird aus dem Blut in die Luft abgegeben.
Das Signal für den Atemreiz (das Einatmen) ist dabei nicht die gesunkene Sauerstoffkonzentration im Blut, sondern die gestiegene CO2-Konzentration im Blut. Je niedriger also der CO2-Stellwert für das Einatmen im Atemzentrum im Stammhirn ist, desto früher (nach einer Ausatmung) muss man wieder einatmen.
Was sagt die CP aus?
Eine verringerte CP (unter 20s) kann ein Zeichen für chronische Hyperventilation sein und kann mit Beschwerden wie Asthma verbunden sein.
Durch regelmäßige Buteyko Atemübungen wird sich die Kontrollpause schnell verbessern. Je länger die CP ist, desto weniger Symptome wird man bemerken, bis die Beschwerden oft nahezu ganz verschwinden.
Über das Messen der CP kann man ein gutes Gefühl für die eigene Atmung entwickeln und auch den persönlichen Fortschritt gut nachverfolgen. Daher lohnt es sich, die eigene CP regelmäßig zu messen.
Wie wird die CP gemessen?
Kurz zusammengefasst, die CP wird gemessen, indem man nach einer Ausatmung die Luft solange entspannt anhält, bis man das erste körperliche Zeichen für das erneute Einatmen erhält.
Es geht dabei nicht darum, die Luft mittels Willenskraft möglichst lange anzuhalten, sondern zu messen, wann man den ersten unwillkürlichen Impuls des Körpers wahrnimmt.
Anwendungen
1. Über die tägliche CP Messung morgens, idealerweise direkt nach dem Aufwachen, noch liegend im Bett, kann der Fortschritt auf dem Weg hin zu einer normalisierten Atmung verfolgt werden.
2. Messungen der CP vor und nach den Atemübungen geben einen guten Hinweis darauf, ob die Übungen richtig durchgeführt wurden. Nach einer Atemübung sollte die CP immer etwas länger als vor der Übung sein.
3. Bonusanwendung: am Ende des Artikels!
Gegenanzeigen
Bei Menschen mit Panikattacken oder Angststörungen muss man vorsichtig messen oder auf Messung ganz verzichten, weil das Gefühl des Lufthungers mit Atemnot gleichgesetzt werden kann, was zu einer Angst- oder Panikattacke führen könnte!
Vorbereitung
Für die Messung der CP ist es wichtig, sich möglichst immer die gleichen Startbedingungen herzustellen. Es gilt, sich persönliche Standardbedingungen für diese CP Messung zu schaffen.
1. Bequeme, aufrechte Sitzposition mit gerader Wirbelsäule und frei beweglichem Zwerchfell finden.
2. 3 Minuten zur Ruhe kommen, dabei nicht an die Atmung denken, vielleicht sich mit einem Buch ablenken.
Durchführung
1. Stoppuhr zur Hand nehmen,
2. nach einem entspannten Ausatmen, die Luft anhalten und die Stoppuhr starten (Nase kann, muss aber nicht zugehalten werden),
3. warten, bis das erste körperliche Zeichen für Lufthunger, meist ein Zucken im Zwerchfell, kommt,
4. Zeit stoppen.
--> Diese Zeitdauer in Sekunden ist die Kontrollpause.
Nach dem Messen der CP sollte man innerhalb von ein bis zwei Atemzügen wieder normal atmen können. Braucht man länger, dann hat man die Messung willentlich etwas verlängert.
So weit, so gut, gibt es Fragen? Wenn ja, wendet Euch gerne an mich oder alle anderen Buteykopraktizierenden!
Bonusanwendung der CP:
Eine Gefahr beim Sport ist das Überatmen, zumindest für Menschen mit Atemproblemen, Stichwort: Belastungsasthma
Daher gilt beim Sport natürlich auch:
- nur durch die Nase,
- mit dem Zwerchfell und
- so wenig atmen wie möglich!
Das ist am Anfang oft noch nicht so einfach. Mit Hilfe der CP kann man aber messen, ob man auf einem guten Weg ist:
Dazu wird die CP vor dem Sport und etwa eine halbe Stunde nach dem Sport gemessen. Der zweite Wert sollte etwas höher sein. Ist er niedriger, dann muss noch mehr auf die drei Dinge oben geachtet werden oder die Intensität war zu hoch. Hierzu folgt auch mal ein eigener Blogartikel!